Verabschiedung des Abteilungsleiters in den Ruhestand

 

Liebe Kollegen, liebe Frau Künzelmann, lieber Manfred, einen Newcomer im Führungskreis Eins gleich wieder in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden - nun, das hat schon einen gewissen Seltenheitswert. Aber schließlich ist diese Tatsache genausowenig alltäglich wie der Mensch und Kollege Manfred Künzelmann selbst. Wie ich so etwas behaupten kann? Immerhin haben sich unsere Wege, lieber Manfred, ja immer nur so am Rande gekreuzt. Erstaunlicherweise. Und obwohl wir beide schon auf eine “ Jahrhunderte” umfassende Zeit in demselben Haus zurückblicken.

 Nein, es sind ganz einfach die Spatzen, die von den Sparkassendächern lauthals Loblieder auf den stattlichen Weißen von der Unternehmens-Kommunikation singen. Und die mir den offiziellen Auftrag meiner Kollegen vom FK Eins doch sehr erleichtern, hier und jetzt einige Worte zu Deinem Abschied zu sagen. Selbst mit authentischen Beweisen kann ich aufwarten. So mit der kürzlichen Aussage eines Deiner langjährigen Weggefährten in unserem Haus, der spontan meinte: “Der Manfred Künzelmann? - Das war mit Abstand der beste Chef und Kollege, den ich jemals hatte”. Nun, das spricht schon Bände. Möchte man meinen.

Mich hat dieses fast schon überschwengliche Bekenntnis jedenfalls neugierig gemacht. Meine Recherchen führten dann auch prompt eine kleine Sensation zu Tage. Ja, meine Damen und Herren, der Himmel hat uns den Manfred Künzelmann geschickt!! Damals. Anno 1956. Und das bereits wohl präpariert. Als Ministrant in Sankt Bonifaz und in Rethorikkursen bei der Kolping Jugend wurdest Du lieber Manfred “von ganz oben” gezielt auf Deine noch viele Jahre in der Zukunft liegende weltliche Lebensaufgabe vorbereitet - als Öffentlichkeitsarbeiter, Pressesprecher und grandioses Organisationsgenie in allen sparkassenspezifischen Lebenslagen.

Kann natürlich auch sein, dass der Hergott damals, angesichts des talentierten Kirchenjüngers wohlweislich gedacht hat: “Nein, alles was recht ist, bevor mir dieser Manfred Künzelmann auf der Altarskanzel womöglich einmal die Schau stiehlt, schick ich ihn lieber zur Sparkasse”.

Wie auch immer, unser Haus bekam seinen Künzelmannn und damit einen Repräsentanten, der ihm wirklich bis heute hervorragend zu Gesicht steht. Und zu Ohren, füge ich gleich hinzu. Auf Deinen zwischen Elmar Gunsch und Ivan Rebroff angesiedelten Bass könnte nicht nur der Hergott fast neidisch werden. Kein Wunder, dass Dich der Rundfunk vor vielen Jahren abwerben wollte. Doch Du bliebst uns Gott sei Dank treu. Mehr noch, Du hast Dich in Deine Aufgaben förmlich verbissen. Wenn auch einmal etwas zu sehr.

Ich spreche von einem ganz bestimmten Faschingsdienstag in den 70er Jahren. Ein schauriger Zug dunkler Gesellen trug gemessenen Schrittes, von der Sparkassenhauptstelle kommend, einen Sarg über den Marienplatz. Der Maskenbildner vom Gärtnerplatztheater hatte wirklich ganze Arbeit geleistet. Besonders bei den spitzen Vampirzähnen. Die saßen bombenfest in den Gesichtern unserer damaligen Werbe- und Deko-Kollegen. So fest, dass unser Manfred sich nach dem Kehraus schon fast mit einer neuen Karriere als Sparkassenvampir abfand. Abfinden musste! Jedenfalls eine ganze Nacht lang. Im Ehebett.

 Diese kleine Anekdote ist aber schon irgendwie typisch. Ein Kind von Traurigkeit warst Du nie, lieber Manfred. Vielmehr hast Du mit Humor, einer guten Prise Selbstironie, unbeugsamen Optimismus und Herzensgüte bleibende Eindrücke bei vielen Menschen hinterlassen. Weit über unsere Sparkassenmauern hinaus. Selbst ein ehemaliges Staatsoberhaupt und dessen Gattin konnten sich dem Charme unseres Manfred Linsenmann nicht entziehen. So hast Du den Ruf unser Sparkasse bis in die höchsten “weltlichen” Regionen getragen. Bis nach Bonn bzw. später nach Berlin. Dass sich zu diesen hochgeschätzten menschlichen Eigenschaften noch ein Organisationstalent gesellte, das seinesgleichen sucht. Wie schon angedeutet. Ja, das muss wirklich eine himmlische Fügung sein. Gleich ob hochkarätige nationale Sparkassenevents oder Mammut-Veranstaltungen, wie vor einigen Jahren der Marathon hier in München. Von solch großen Aufgaben hat sich ein Manfred Künzelmann nie Bange machen lassen. Vielmehr hast Du die Drähte nur so glühen lassen. Wie ein Zauberer die erstaunlichsten Kontakte aus dem Hut gezaubert. Mehr als einmal Unmögliches möglich gemacht. Immer wieder. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte.

 Lieber Manfred, ich weiß nicht, ob ich mit meinen Worten Deine 46 so farbigen Sparkassenjahre, Dein Wirken in diesem Haus, auch nur ansatzweise etwas beleuchten konnte. Dem Geheimnis Deines Erfolges kommt womöglich Antoine de Saint Exupery viel besser auf die Spur. Und zwar in einem einzigen Satz: “Es gibt nur eine wahrhaft Freude: der Umgang mit Menschen”.

 Wenn Exupery von unserer Generation wäre, würde ich glatt behaupten: “Der muss das Zitat von unserem Manfred Linsenmann abgekupfert haben!”. Genau deshalb, lieber Manfred, müssen wir uns um Dich wohl keine Sorgen machen. Mit Blick auf Deinen neuen Lebensabschnitt. Es ist aber nicht nur das Wissen um Deine Freude am Umgang mit Menschen. Ich denke auch an Dein breites Interesse an so vielen Dingen, die das Leben lebenswert machen: ein gepflegter Opernabend, ein schwungvoller Tanz übers Parkett, eine Reise in die von Dir so geliebten südlichen Gefilde. Oder in eine berühmte Stadt, die frei nach einem Schlager von Caterina Valente angeblich den ganzen Tag nur von Liebe träumt: Paris! Ja, und genau für diese “Voyage” an die Seine haben meine Kollegen vom FK 1 und ich schon das Ticket gelöst. Unser Abschiedsgeschenk für Dich und Deine liebe Gattin Ute. Liebe Frau Künzelmann, lieber Manfred, von ganzem Herzen wünschen wir, wünsche ich, Euch alles erdenklich Gute für die Zukunft. Und genau auf Letzteres - nämlich Eure Zukunft - hebe ich mein Glas....