Die Geschichte der Jeanne Calment

Anno 1962 glaubte der Notar Andre´ Francois Raffray an das Geschäft seines Lebens, als er von einer damals 88jährigen Bürgerin aus Arles eine Wohnung auf Leibrentenbasis erwarb. Im Leben macht man jedoch hin und wieder auch schlechte Geschäfte. Denn 33 Jahre nach dem Abschluss musste der Notar die leidvolle Erkenntnis mit ins Grab nehmen, 920.000 Franc in den Wind geschrieben zu haben. Jeanne Calment, so der Name seiner Geschäftspartnerin, erfreute sich dagegen, mittlerweile 120 Jahre alt, bester Gesundheit und erstürmte sogar die Hitparaden mit einer Techno-CD. Auch wenn nichts ewig währt und auch Jeanne Calment im Sommer diesen Jahres für immer die Augen schloss, steht diese wahre Anekdote für einen bedeutenden demographischen Wandel in der westlichen Welt. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung kommen deutsche Senioren heute im Durchschnitt 14 Jahre lang in den Genuss einer Rente; 1960 betrug diese Spanne noch 9,6 Jahre. So erfreulich diese Tatsache auf der einen Seite für die Betroffenen ist, so dramatisch sind auf der anderen Seite die Auswirkungen auf unser Rentensystem. Wie auch immer die Reparaturen der Politik am Generationenvertrag aussehen werden, erhebliche Versorgungslücken im Alter sind vorprogrammiert und noch nie war eine frühzeitige private Vorsorge so wertvoll wie heute. Sicher abhängig von den persönlichen Möglichkeiten, empfehle ich, diese auf mehrere Säulen aufzubauen, denn die Zukunft ist eine überaus launische Diva, wie das Beispiel des unglücklichen Notars beweist. Der Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung macht vor allem dann Sinn, wenn es gilt, auch Angehörige für den Fall der Fälle abzusichern. In Zusammenhang mit dem kreditfinanzierten Erwerb eines Eigenheimes in jungen Jahren sehe ich diese Überlegung fast als „Muss” an. Auch die steuerlichen Vorzüge der Lebensversicherung können ein ausschlaggebendes Argument sein. Steuermindernd wirken die jährlichen Versicherungsprämien im Rahmen der in der Einkommenssteuererklärung angegebenen Vorsorgeaufwendungen; vorausgesetzt die Vorsorgepauschale für Arbeitnehmer ist nicht schon durch andere Versicherungsleistungen (etwa Renten- und Krankenversicherung) ausgeschöpft. Aus diesem Grunde dürfte für die Mehrzahl der Bürger auch die von der Steuer befreite Versicherungs-Ablaufleistung von größerer Relevanz sein. Apropos Ablaufleistung: Sie kann - je nach Vertragspartner - erheblich variieren. Nicht alles ist Gold, was in den einschlägigen Werbeprospekten glänzt. Keine Garantie, aber zumindest eine zuverlässige Messlatte sind in diesem Zusammenhang die von der Versicherungsgesellschaft erzielten Ergebnisse der Vergangenheit. Unsere Berater stehen hier gerne Rede und Antwort. Eine interessante Alternative ist die Rentenversicherung. Sie wartet mit vergleichsweisen etwas höheren Renditen auf, da die Prämie für das Lebensrisiko entfällt. Schon mit moderaten monatlichen Sparraten ist es möglich, sich eine garantierte Zusatzrente auf Lebenszeit zu sichern. Im Falle der fidelen Französin hätte sich eine Rentenversicherung geradezu als unschlagbare Anlageidee erwiesen. Auch bei der Rentenversicherung liegt in der steuerlichen Behandlung ein wichtiger Aspekt. Versteuert wird nämlich nur der sogenannte Renten-Ertragsanteil. Er beträgt bei Rentenbeginn im Alter von 65 Jahren „nur” 27 Prozent. Zurecht werden Investmentfonds zunehmend in Vorsorgeüberlegungen mit einbezogen. Vor allem Sparpläne, die auf Aktienfonds basieren, konnten in der Vergangenheit überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Das Engagement in Produktivkapital erweist sich überdies nicht nur für den einzelnen als lukrativ, es fördert auch den gesamten Wirtschaftskreislauf. Eine willkommene Begleiterscheinung ist auch beim Fonds-Sparplan die Steuerrelevanz. Hier gilt: Versteuert werden muss nur der aus Dividenden bestehende Teil der Ertragsausschüttung. Kurswertsteigerungen sind steuerfrei. Eine sowohl unter dem Vorsorge- als auch unter dem Steueraspekt sehr interessante Anlageidee ist - zumindest für einkommensstarke Bürger - der geschlossene Immobilienfonds. Hohe Anlaufkosten und Abschreibungen drücken die Steuerlast erheblich. Im Rahmen eines aktuellen Angebotes unseres Hauses können sogar noch die für die neuen Bundesländer geltenden Sonderabschreibungen genutzt werden. Das Steuerargument empfehle ich jedoch gerade bei Immobilienengagements nicht zum Maß aller Dinge zu erheben. Entscheidend ist vielmehr die absehbare Rentabilität, die sich nicht zuletzt aus langfristig gesicherten Mieteinnahmen speist sowie die Perspektive der Wertsteigerung. Nur mit auf Leibrente basierenden Modellen können wir (zur Zeit) nicht dienen. Aus gutem Grund. Jeanne Calment lässt aus dem Jenseits grüssen; womöglich mit einem Schmunzeln im Gesicht.

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