Gus Backus

Vom DooWop zur Volksmusik

 

Man kann Gus Backus getrost als einen der bekanntesten deutschen Schlagerstars der frühen 60er Jahre bezeichnen. Am 12. September 2007 feierte er seinen 70. Geburtstag. Abenteuerlich ist sein bisheriger Lebensweg.

Die Wiege des gebürtigen Donald Backus steht in Southampton. Die Eltern zieht es dann über den Atlantik, wo sich der Vater in einem Erzbergwerk verdingt. Als die Eltern sich scheiden lassen, stellt er sich schon mit 14 Jahren auf seine eigenen Füße und geht nach New York. Dort weht ein rauher Wind. Es herrscht das Gesetz des Stärkeren. Doch Gus schlängelt sich so durch. Schließt sich einer Straßengang an, versucht sich als shoeshine-boy. Ein hartes Brot.. Aber Gus hält durch. Finanziert sich mit Gelegenheitsjobs sogar sein Medizinstudium.

Mitte der 50er Jahre verschlägt ihn das Schicksal aber in eine ganz andere Richtung. Nicht der Operationstisch und das Skalpell werden seine Lebensbestimmung. Auch nicht der von ihm heißgeliebte Sport. Baseball oder Boxen. Nein, durch eine schicksalhafte Fügung wird Gus Mitglied einer der wohl besten Doo-Wop Gruppen der Vereinigten Staaten – den Del Vikings. Wie Gus sind auch die anderen Mitglieder der Gruppe bei der Air Force. Dies soll sich für die weitere Entwicklung der Gruppe als schwerer Bremsklotz erweisen. Auch die für damalige Verhältnisse außergewöhnliche gemischtrassige Besetzung stößt bestimmt nicht überall auf Begeisterung. Gleichwohl können die Del-Vikings in wechselnder Besetzung auf Riesenerfolge verweisen. Come Go with me wird von Experten als Hymne der Doowop Era bezeichnet. Bei dem flotten Cool Shake singt Gus Backus den Lead-Part.

 Eigentlich ist es jammerschade, dass der überaus talentierte Doowop Sänger schon nach relativ kurzer Zeit bei den Del Vikings ausscheiden muss, weil er im Jahr 1957 vom Militär nach Deutschland versetzt wird. Künstlerisch betrachtet. Deutschland kann sich jedoch auf eine talentierte Frohnatur freuen, die das Publikum in den kommen Jahren mit vor allem komischen Schlagern und in 60 Kinofilmen begeistern wird. Bis heute unvergessen ist sein Alter Häuptling, der über den Wilden Westen jammert und wie schwer sein Beruf sei. Uff... 

 Gus ist auf dem Zenith seiner Künstlerkarriere angelangt. 1961 bekommt er von Camillo Felgen Den Goldenen Löwen von Radio Luxemburg überreicht. So steil sein Aufstieg auch ist, so steil ist auch der Abstieg in späteren Jahren. Er verlässt seine zweite Frau und geht zurück nach Amerika. Dort rackert er sich für kargen Lohn auf Ölfeldern ab. Der Ruhm ist verraucht. Das Geld auch. In den USA heiratet er ein drittes Mal. Seine Frau stirbt im Jahr 2001. Gus kehrt nach Deutschland zurück und findet mit seiner zweiten Ehefrau einen neuen Anfang. Heute lebt Gus in der Nähe von München. Bei Heide Volm in Planegg feiert Gus am 14.9.2007 seinen Siebzigsten. Wahrscheinlich bei einem Cool Shake. Herzlichen Glückwunsch Gus.

 

 

DA SPRACH DER ALTE HÄUPTLING DER INDIANER

Schön war sie,

die Prärie,

alles war

wunderbar,

da kam an

weisser Mann,

wollte bau'n

Eisenbahn.

Da sprach der alte Häuptling der Indianer:

Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf.

Da sprach...

Böse geht

er nach Haus,

und er gräbt

Kriegsbeil aus.

Seine Frau

nimmt ihm keck

Kriegsbeil und

Lasso weg.

Da sprach...

Da sprach...

Häuptling schrie

ziemlich laut,

fuhr fast aus

roter Haut.

Seine Frau

nahm sich Pfeil,

stach ihn ins

Hinterteil.

Da sprach...

Da sprach...

Eisenbahn

spuckte Dampf,

Häuptling kam,

wollte Kampf,

Weisser Mann

sprach: Komm her,

Du wirst gleich Conducteur!

Da sprach...

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