Abschlussfeier an der Schule

(ein Schüler spricht)

Sehr geehrter Herr Rektor, liebe Lehrer, Eltern und Mitschüler, 

stellvertretend für die immer noch vom Prüfungsstress gezeichneten Schüler darf ich an diesem Abend einige Worte zu Ihnen sagen.

Ehrlich gesagt, wenn mir das vor 2 Jahren – da war ich noch nicht an dieser Schule – das prophezeit hätte. Ich meine, hier eine Abschlussrede halten zu dürfen. Den hätte ich einen Psychiater empfohlen. Oder einen Harry Potter Roman. Schließlich hatte ich die schlimmsten 2 Jahre meines Lebens hinter mir.

Über meine damalige Schule  verliere ich kein Wort. Über Herrn Stoisch und sein Lehrerteam umso mehr. Für mich war die Aufnahme an dieser Schule die Wende zum Guten. Nicht immer in meiner abwechslungsreichen Schullaufbahn habe ich so viel Wertschätzung, Menschlichkeit erfahren. Und fachliches Können. Und da ist nichts geschleimt. Für Bestechungen jeder Art ist es ohnehin zu spät. Jetzt wo die Ziffern von 1-6, die uns so viele schlaflose Nächte bereitet haben, festgeschrieben sind für alle Zeiten. 

Herzlich Dank Frau Leubner, Frau Neff, Herr Dobler, Herr Stoisch. Wir haben es Ihnen nicht immer leicht gemacht. Während Sie sich umgekehrt alle Mühe gegeben haben, es uns so leicht wie möglich zu machen. Kurzum: Sie machen einen verdammt guten Job an dieser Schule. Vielen Dank von uns allen. Und weiter so!

Meine Damen und Herren, 

der heutige Abend im festlichen Rahmen und offizieller Bestätigung der Mittleren Reife – das ist schon was Besonderes. Für jeden von uns Schülern ein Meilenstein im Leben, den man erstmal erklimmen muss. Zum Feiern haben wir allen Grund. Was nicht heißt, den Blick nicht nach vorne zu richten. Auch an diesem Abend. Was kommt nach dem Feiern? Nun, einfacher wird’s nicht. Ausbildungslätze werden nicht gerade auf dem Tablett angeboten. Wer kann heute schon behaupten, seinen Weg, seine Bestimmung für alle Zeit gefunden zu haben.  

Time will tell - die Zeit wird es zeigen. 

Ein guter Rat kann jedenfalls nie schaden. Der französische Flieger und Poet Antoine de Saint Exupery einen solchen parat: „Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen!“ 

Ich meine, den Grund haben wir mit der Mittleren Reife gelegt. Einen guten, einen soliden Grund. Ich hab mal überschlagen, dass da cirka 8000 Stunden Unterrichtsstoff drinstecken. Für den eine oder anderen vielleicht ein paar Tausend mehr. Das uns die Köpfe vor so viel Allgemeinwissen noch nicht geplatzt sind, ist sowieso ein medizinisches Wunder.  

Doch zurück zu dem Zitat und der Zukunft. Unsere Zukunft sollten wir mit Zuversicht und Selbstbewusstsein bauen. Sorgen und Ängste oder Lamentieren über die schlechte Wirtschaftslage waren noch nie gute Bausteine. Auch wenn die Deutschen Hausmeister im Fußball, aber Weltmeister im Bangemachen sind. Lassen wir uns davon nicht anstecken. Packen wir es an: Jeder nach seiner Facon, jeder nach seinen Möglichkeiten und frei nach dem Motto: „Lieber eine blonde Praxis, als eine graue Theorie“. 

Sorry, liebe Lehrerinnen und Lehrer. Das sollte keine Affront gegen Ihren Berufsstand sein. 

Meine Damen und Herren, 

soviel zum Morgen. Nun zum Gestern bzw. zum vergangenen Schuljahr.

Der hier angebotene Mittlere-Reife-Zug hat sich zu einem richtigen Magneten entwickelt. Und zog u.a. auch zahlreiche Schüler von Gymnasien oder Realschulen an. Ich finde es schon bemerkenswert, dass die Newcomer im großen und ganzen doch recht problemlos in die Klassengemeinschaft integriert werden konnten. Das spricht auch für das insgesamt positive Klima an der Schule. 

Unsere gemeinschaftlichen Ausflüge, etwa in die Pinakothek, waren natürlich Höhepunkte des Jahres. Natürlich neben den von den meisten mit großer Freude erwarteten Mathe Schulaufgaben. 

Das Highlight schlechthin war unsere Abschlussfahrt nach Südtirol. Nach einem Abschiedgruß des Direktors:

“ Ah jo, habts scho eire Formelsammlung dabei?“  ging es mit exzellenter Laune dem schlechten Wetter entgegen.Entgegen der Vorhersage von Frau Leubner:“ Keine Angst Freunde, ich habe noch nie erlebt das es in Südtirol um diese Jahreszeit länger als einen Tag regnet“, war Petrus im Gegensatz zu uns ausgesprochen schlechter Laune und tapezierte den Himmel über unserem Hotel in 1200m Höhe mit dunklen schweren Wolken. So bewunderten wir die wunderschöne Bergwelt der Dolomiten auf den umherliegenden Postkarten.

Meteorologen wären wahrscheinlich auf ihre Kosten gekommen. Aber davon haben wir ja keinen in der Klasse.  

Und doch war es schön. Venedig ist bei jedem Wetter eine Augenweide. Bei einem halben Meter Hochwasser am Markusplatz sind wir dann gerne bei einem Glas Bier, äh Entschuldigung – Orangensaft – auf Tauchstation gegangen. Das schlechte Wetter hatte auch Vorteile. Schätzungsweise 27 Kirchen blieben uns erspart. In Florenz ließ sich dann sogar die Sonne blicken und die von Frau Leubner versprochene Cappuccino-Runde genießen. 

Gerne denken wir auch an die Fahrkünste des Busfahrers zurück. Nichts für schwache Nerven! Immerhin beherrschte dieser das Einparken. Im Gegensatz zu einem anderen Reisebus, der einen PKW zu Schrott fuhr. Und dies auf einem leeren, riesigen Parkplatz in den Bergen.

 Meine Damen und Herren, bevor ich ausgebuht werde, komme ich lieber zum Ende. Ihnen liebe Lehrer habe ich schon im Namen meiner Klassenkameraden gedankt. Danken möchte ich auch den Eltern. Viele von Ihnen, liebe Eltern haben sicher die Tapferkeitsmedaille verdient. Meine Eltern auf jeden Fall.  

Ich wünsche uns allen einen wunderschönen Abschlussball. Vielen Dank fürs geduldige Zuhören.!

 

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