Die Geschichte des Weltspartags

by Manfred Szarka

Die Hyperinflation Anfang der Zwanziger Jahre und die anschließende Währungsreform erschüttern das Vertrauen der Menschen im Deutschen Reich. Schließlich sind mühsam ersparte große und kleine Vermögen über Nacht wertlos geworden. An der Bedeutung des Sparens  für die persönliche Vorsorge, für die Volkswirtschaft, hat sich aber nichts geändert. Mit einem Paukenschlag wollen die Sparkassen das Ideal der Sparsamkeit wieder in Erinnerung rufen. Im Jahre 12924 finden sich in Mailand Sparkassenvertreter aus 28 Ländern zusammen. Sie fassen einen Beschluss, der bin heute Bestand hat. Ein Feiertag des Sparens wird aus der Taufe gehoben. Jedes Jahr im Oktober soll das Ideal der Sparsamkeit in Wort und Bild verbreitet werden. Selbstverständlich ist das nicht. Denn bislang war in Sparkassenkreisen jegliche Werbung verpönt. Vielen Sparkassen geht es gegen den Strich, nach Krämerart ihre Geschäfte anzupreisen. In dieser Einstellung spiegelt sich das ein noch nicht vorhandenes Selbstverständnis als Geschäftsbetrieb. Sparkassen gehören noch zur öffentlichen Verwaltung.  Vorurteile gegen die Werbung bauen sich allerdings rasch ab, als Reichskanzler Dr. Luther den ersten Weltspartag im Oktober mit einer Proklamation unterstützt. Die Münchner Sparkasse bedient sich seit Ende der zwanziger Jahre moderner Werbemittel. Neue Zweigstellen werden mit Lichtreklamen versehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg findet der Weltspartag erstmals 1948 wieder statt. Im Jahr 1965 tauschen die Münchner und die Wiener Sparkasse zum Weltspartag sogar Mitarbeiter aus. Eine originelle Idee. So bedienen fesche Wiener Madl in Biedermeierkleidung die Kunden hinter Münchner Sparkassenschaltern und verteilen Geschenke an die jungen Sparer. 


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