Mozart in München

 
 

 

 

 Auf der ganzen Welt sind Mozartkugeln aus Salzburg berühmt. Ein Exportschlager par excellence. Wie leicht hätte sich das bayerische München, die Weltstadt mit Herz, dieses Geschäft sichern können. Warum? Lest mal diese Story, die ich gerade reingehakelt habe. 

Was viele nicht wissen – München wäre beinahe d i e  Mozartstadt geworden. Damals im Jahre 1777. Und hätte damit neben dem Oktoberfest, der Weißwurst und dem Münchner Bier heute einen weiteren Exportschlager – die Mozartkugel. An Mozart selbst ist es sicher nicht gelegen. Der Stadt Salzburg unter dem Erzbischof Hieronymus Colloredo überdrüssig geworden kommt er im September 1977 mit seiner Mutter nach München und ersucht um einen lukrativen Posten am Fürstenhof. Tatsächlich kommt ein Treffen mit dem Kurfürsten Max III. Josef zu Stande. Mozart legt sein ganzes diplomatisches Geschick und seine zu diesem Zeitpunkt schon beträchtliche Reputation in die Waagschale: Ich bin im stand in einem jeden hofe zu dienen. Mein einziger Wunsch ist aber Euer Churfürstlichen Durchlaucht zu dienen.„ Darauf der Kurfürst: „Ja mein liebes kind, es ist keine vacatur da. mir ist leid, wen nur ein vacatur da wäre.“ Mozart hakt nach: „Ich versicher Eur Durchlaucht; ich würde München gewis Ehre Machen.“ Der Kurfürst:Ja das nutz alles nicht. Es ist keine vacatur da.“

Sponsoren um den bekannten Weinwirt Franz Joseph Albert in der Kaufinger Straße wollen Mozart noch in der Stadt halten. Doch Mozarts gestrenger Vater Leopold winkt ab. Für München ist für immer und ewig eine große Chance vertan.

Gleichwohl outet sich der große Komponist immer wieder als großer München-Fan. „Hier bin ich gern“, schreibt er einmal seinem Vater. Schon als Kind lernt er München kennen. Erstmals im Jahre 1762. 22 Stunden dauert die Fahrt mit der Postkutsche von Salzburg nach München. Vor dem Churfürsten hochpersönlich darf das Wunderkind zusammen mit der Schwester sein unglaubliches Können zur Schau stellen. Und erregt „Erstaunen und Bewunderung“. Eineinhalb Jahre später zieht es den Jungvirtuosen wieder in die Stadt. Auf einer Konzertreise durch Europa. Mozart ist längst ein Mythos mit internationalen Ruf. Diesmal wandeln die Mozarts durch die Parkanlagen des Nymphenburger Schlosses. Wolfgangs Schwester – das Nannerl – notiert ihre Eindrücke in ein Tagebuch: „Zu münchen habe ich gesehen das ninfenburg, das schlosse und den garten und die vier schlosser, nemlig amalienburg, badenburg, bagotenburg und die ermitage.“ Abends improsiert Wolfgang vor dem Churfürsten auf dem Klavier. Auf dem Rückweg von Paris kommt Mozart im Jahr 1778 noch einmal nach München. Der Churfürst Max III. lebt nicht mehr. Sein Nachfolger Karl Theodor hat keine Verwendung für Mozart. Immerhin erlebt München drei Jahre später die Uraufführung einer Mozart-Oper. Man gibt den Idomeneo im Neuen Opernhaus in der Residenz. Nach der Premiere stürzt sich Mozart in den Münchner Karneval.

Der letzte Münchner Aufenthalt Mozarts datiert im Jahr 1790. Er darf an einer Hofakademier zu Ehren des Königs von Neapel mitwirken. An mangelndem Selbstbewusstsein leidet Mozart nicht, wenn er dazu meint: „Überhaupt macht man viel Gereiß um mich“.  Er kündigt an, im nächsten Jahr wiederzukommen. Doch das Schicksal meint es anders.