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Für den russischen Staatspräsidenten Nikita Chruschtschow hat das Jahr 1959 eine satte Enttäuschung in petto. Eigentlich träumt er im Rahmen seines USA-Besuches von einer Stippvisite nach Disneyland. Stattdessen bekommt er freizügige Can-Can Tänze in den Filmstudios von Hollywood vorgesetzt. Die schockieren ihn jedoch. Obwohl die Russen doch sonst keine Kostverächter sind. Abgesehen von dieser Episode am Rande läutet der USA-Besuch jedoch ein Tauwetter zwischen den Machtblöcken ein. Etwa in Form eines Atomstopps. Vor der Haustür Amerikas bahnt sich aber bereits Ungemach an, das die Welt bald an den Rand eines Abgrunds führen soll. Fidel Castro installiert auf Kuba ein kommunistisches Regime. Auch in Asien rumort es. Welch Parallele zu heute. China schlägt eine Revolte in Tibet nieder. Der Dalai Lama flieht.

Nur der Weltraum bleibt von den Eskapaden der Menschen noch verschont. Lediglich zwei von einer amerikanischen Rakete transportierte Affen haben das Vergnügen über den terrestischen Tellerrand zu blicken. Und die von Russland geschickte Lunik II gibt erstmals den Blick frei auf die dunkle Seite des Mondes. 

Für den Rockn Roll ist 1959 ein pechschwarzes Jahr. Im Februar kommen Buddy Holly, Ritchie Valens und der Big Bopper bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Dieses Ereignis geht als The Day, The Music Died in die Geschichte ein. Damit nicht genug. Ein gigantischer Bestechungsskandal wirft ein düsteres Licht auf den Rockn Roll. DJ´s hätten Zuwendungen dafür erhalten, Rockn Roll Scheiben öfter zu spielen. Sogar das FBI ermittelt. Softe harmlose Balladen erobern die Hitparaden wieder. An der Spitze ein Trio aus Washington – The Fleetwoods.

Sie säuseln sich gleich zwei Mal die Spitze der Charts. Allerdings sehr gekonnt und mit wunderschönen Songs. Mr. Blue und Come Softly To Me. Elvis knüpft noch an die wilden Jahre an, mit seinem Big Hunk Of Love. Monströse Filmspektakel gehen aus Hollywoods Zauberfabrik hervor. An erster Stelle zu nennen Ben Hur von William Wyler, der den gerade verstorbenen Charlton Heston zum Weltstar macht. Das deutsche Kinojahr kann sich sehen lassen. Es bringt Rosen für den Staatsanwalt von Wolfgnag Staudte und Die Brücke von Bernhard Wicki. Günter Grass ergötzt sein intellektuelles Lesepublikum mit seiner Blechtrommel. Die Deutschen sonnen sich im fortdauernden Wirtschaftswunder. Und immer mehr im sonnigen Süden. Dank einer fertig gestellten Piste zur Pizza – der Brenner Autobahn.  

 

 

Die USA vergrößern sich mit Alaska auf 50 Bundesstaaten

 

Tibet ist seit der Invasion 1950 wieder unter chinesischer Herrschaft. Am 10. März erheben sich die Tibeter gegen die kommunistische Herrschaft Chinas. Der Dalei Lama muss nach Indien flüchten

 

 

Castro übernimmt die Macht in Cuba.

 

 

 

Der weltberühmte Tenor Mario Lanza stirbt mit nur 37 Jahren

 

 

 

Heinrich Lübke wird Bundespräsident. Legendär sind seine sprachlichen Ausrutscher bei diversen Reden. Belegt ist etwa, dass Lübke in Tananarive, der Hauptstadt Madagaskars das Präsidentenpaar mit den Worten „Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Tananarive“ grüßte. Viele von Lübkes O-Tönen wurden Mitte 1966 von der Zeitschrift Pardon auf der außerordentlich erfolgreichen LP Lübke redet für Deutschland verarbeitet.

 

 

Erstmalige Vergabe der Grammy´s in Los Angeles. Volare von Domenico Modugno wird zum besten Song des Jahres gekürt. Zu Recht!

 

 

Der große Abräumer auf der diesjährigen Oscar Verleihung ist das Musical Gigi von Vincente Minelli

 

 

Im Hampdon Stadium in Atlanta findet eines der ersten Open Air Festivals statt. Mit von der Partie sind u.a. B.B. King, Ray Charles, Jimmy Reed und die Drifters.

 

 

 

In Leipzig werden 15 Elvis Fans zu Gefängnisstrafen verurteilt. Sie hatten auf der Straße Long Live Elvis gerufen und auch den Parteivorsitzenden Ullbricht und die Musik der DDR verunglimpft.

 

 

Der Rockn Roll wird in den USA vom Payola Skandal erschüttert. DJ´s hätten Zuwendungen von Plattenbossen genommen, wenn sie die Songs öfter spielen. Im Brennpunkt der Ermittlungen, in die sich sogar das FBI einschaltet: Alan Freed und der beliebte TV Bandstand Moderator Dick Clark.

 

 

Elvis gibt ein Privatkonzert für die Angestellten im Pariser Lido

 

 

Deutschland träumt noch immer im Schlagerhimmel. Und sehnt sich weit weit weg vom arbeitsreichen Alltag. Die Gitarre und das Meer von Freddy ist so ein Beispiel. Man begeistert sich auch für Das Teenager-Traumpaar Peter Kraus und Conny Froboess. Ich Möcht Mit Dir Träumen einer der Jahreshits. Aber der Ohrwurm des Jahres kommt aus Italien – Marina von Rocco Granata.

 

 

 

Jenseits des Atlantiks setzt ein Gesangsquintett aus Pittsburgh im American Bandstand auch auf romantische Töne. Allerdings auf etwas höherem Niveau. Since I Don´t Have You ist eine der besten Balladen der Rockgeschichte.

 

 

 

Teddy Scholten gewinnt den European Song Contest mit Een Beetje. Und lässt den späteren Evergreen Piove von Domenico Modugno hinter sich.

 

 

 
   
 

Das waren die Nummer 1 Hits des Jahres 1959 

USA

 

Deutschland

Frankreich

The Chipmunk Song (Christmas Don't Be Late)

 

David Seville & The Chipumunks

La Paloma

Billy Vaughn

When

Kalin Twins

Smoke Gets In Your Eyes

 

The Platters

Tom Dooley

Nilsen Brothers

Come Prima

Dalida

Stagger Lee

 

 

Lloyd Price

Tom Dooley

Kingston Trio

Guitare et Tambourin

Dalida

Venus

Frankie Avalon

Die Gitarre und das Meer

Freddy

La marche des gosses

Annie Cordy

Come Softly To Me

 

The Fleetwoods

Am Tag als der Regen kam

Dalida

L'eau vive

Guy Beart

The Happy Organ

 

Dave Baby Cortez

Souvenirs

Bill Ramsey

Oui, oui, oui, oui

Jean Phillippe

Kansas City

Wilbert Harrison

Unter Fremden Sternen

 

Freddy

Ce serait dommage

Sacha Distel

The Battle Of New Orleans

 

Johnny Horton

Marina

Rocco Granata

Ciao, ciao bambino

Dalida

Lonely Boy

 

Paul Anka

 

 

Vénus

Gloria Lasso

A Big Hunk O' Love

 

Elvis Presley

 

 

Le marchand de bonheur

Les Compagnon De La Chansons

The Three Bells

 

The Browns

 

 

 

 

Sleep Walk

 

Santo & Johnny

 

 

 

 

Mack The Knife

 

Bobby Darin

 

 

 

 

Mr. Blue

 

The Fleetwoods

 

 

 

 

Heartaches By The Number

 

Guy Mitchell

 

 

 

 

Why

Franky Avalon

 

 

 

 

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